Warum das trägt
Kein Zauber, kein Hokuspokus. Nur die Art, wie unser Gehirn ohnehin arbeitet – und wie Du sie ganz behutsam für Dich nutzen kannst.
Anker
Erinnerst Du Dich an Pawlows Hund? Ein Signal, immer wieder mit etwas Gutem verknüpft, holt das Gute später von allein zurück. Dein Gehirn knüpft solche Verbindungen ständig – Du darfst sie auch mit Absicht legen: ein Wort, ein Bild, eine Berührung für einen guten Moment. Dann findest Du ihn wieder, wenn ein Tag schwer wird.
wie ein Anker wächst
So ein Anker entsteht oft ganz von selbst. Denk an ein kleines Kind: Du lächelst, es lächelt zurück, Du lächelst wieder – und das schaukelt sich hoch, bis aus dem Augenblick ein tiefes Gefühl von Verbundenheit und Liebe wird, größer als das Leben. Dein Gehirn hat Gesicht, Stimme und Wärme fest verknüpft – ein starker, natürlicher Anker.
Später wird das Kind größer, schwierige Erfahrungen legen sich darüber, und manchmal wird so ein Anker leiser. Das ist normal – aber kein Muss. Wenn Du verstehst, wie Dein Gehirn diese Verbindungen knüpft, kannst Du sie bewusst nähren: den guten Moment suchen, ihn fühlen, ihn berühren – und so das Gute bewahren.
Atem
Der Atem ist der eine Hebel am Nervensystem, den Du jederzeit selbst bewegen kannst. Ein langes, ruhiges Ausatmen sagt dem Körper: Du bist sicher – es ist gut.
kurz mitatmenHören
Ein ruhiger, gleichmäßiger Klang gibt dem unruhigen Kopf etwas Sanftes zum Festhalten und holt Dich zurück in den Augenblick – heraus aus dem Kreisen der Gedanken.
einen Moment hörenWorte
Was Du Dir oft sagst, trampelt Pfade in Dir frei. Ein gutes Wort, immer wieder gewählt, wird mit der Zeit der Weg, den Du von selbst gehst.
ein paar Worte lesenGeben
Dankbarkeit und Wohlwollen sind keine Floskeln – sie heben nachweislich die Stimmung und machen widerstandsfähiger. Was Du bemerkst und gibst, kommt zu Dir zurück.
etwas Gutes gebenNichts davon ist neu. Menschen sammeln sich seit jeher in der Stille – im Atem, im Aufmerken, im Dank. Hier findest Du nur den schlichten Kern davon, ohne Lehre und ohne großes Wort.
Es hat Jahrzehnte und Anstrengungen auf ganz verschiedenen Ebenen gebraucht, um Düsternis aus einer Phase meiner Kindheit wirklich hinter mir zu lassen, meine Selbst zu akzeptieren, sogar zu lieben und letztlich zu einem werden zu lassen. Ich habe meinen Frieden mit meinem Weg gemacht, auch weil er dahin geführt hat, wo ich heute in tiefer Dankbarkeit bin. Das alles ist natürlich nicht nur meine Leistung, sondern auch ein Geschenk, von dem ich etwas weitergeben möchte. „Es ist alles gut“ ist heute ein tragfähiger Kern in mir, von dem aus ich mich frei und lebendig in unserer realen Welt mit all ihren oft schrecklichen Ungerechtigkeiten bewege. Ich wünsche Dir einen solchen Anfang.
Nichts davon musst Du. Fang klein an – ein Anker, ein Atemzug, ein gutes Wort. Mit der Zeit wird daraus ein Boden, der trägt: Dich, und die, denen Du davon gibst.
Und vielleicht ist es gerade dieser Boden, der Dich die Welt ansehen lässt, wie sie ist – und, im Rahmen Deiner Möglichkeiten, ein wenig besser machen. Nicht weil Du müsstest. Sondern weil Du dann kannst.
Für alle, die es genauer wissen wollen – woher wir das haben